Es werde Licht
Wir verstehen erst ansatzweise, was Pflanzen sind und wozu sie in der Lage sind.
Heute saß ich auf der Terrasse und habe dem grandiosen Schauspiel des Mega-Gewitters zugeschaut, dass über der Banderas Bay tobte. Es hat in Strömen gegossen. Erst vor zwei Tagen hat die Regenzeit begonnen nach 6 Monaten nahezu ohne Regen.
Die Palme vor der Terrasse hat sich im Regen bewegt, sie hat sich geradezu vor Wonne geräkelt, damit sie von allen Seiten Wasser abbekommt. Ihre Bewegungen waren durch den Wind nicht zu erklären. Wer auch immer mir das Gegenteil beweisen will, diese Palme hat sich geräkelt 🙂
Eine Teilnehmerin einer meiner Kurse hat erzählt, dass sie die Pflanzen in ihrem Garten hat seufzen hören, als es nach Wochen der Trockenheit in Deutschland geregnet hat. Können Pflanzen seufzen? Oder sich räkeln? Wenn man bereit ist zu sehen und zu hören, warum nicht?
Das Leben wird so viel spannender, wenn man es vom Standpunkt des Fragens aus betrachtet und nicht glaubt, für alles die richtige Antwort haben zu müssen. Wenn man die Wunder und die Magie zulässt, die ja nichts anderes sind als das, was man mit heutigen Mitteln nicht erklären kann, dann wird das Leben zum Abenteuer.
All diese Überlegungen haben mich an einen Text aus meinem Fundus über die brillanten Fähigkeiten von Pflanzen erinnert:
Pflanzen ernten Licht mit nahezu perfekter Effizienz, aber das ist nach der klassischen Physik unmöglich. Auf dem Weg zum photosynthetisierenden Kern sollten die Lichtphotonen mit anderen Teilchen kollidieren – aber das tun sie nicht.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Photon den Kern erreicht, ist genauso groß, wie wenn du mit verbundenen Augen durch einen dichten Wald sprintest und das Zentrum erreichst, ohne einen einzigen Baum zu treffen.
Pflanzen vollbringen eine Art Wunder: Die Pflanze versetzt das Photon in einen Zustand der Quantensuperposition und multipliziert es mit jedem Weg, den das Photon überhaupt nehmen könnte. Stell dir vor, du sprintest blindlings durch einen Wald und wirst dabei auf jeden der Milliarden möglichen Wege vervielfacht. Wenn eine deiner Möglichkeiten beobachtet würde, wie sie gegen einen Baum prallt, würde die Superposition zusammenbrechen, und das wäre das endgültige Resultat.
Aber die Pflanze weigert sich hartnäckig, einen dieser Fälle zu beobachten. In ihrem Herzen fährt sie fort zu singen: ES WERDE LICHT!
Wenn eine der Möglichkeiten schließlich den Kern erreicht, wird nur dieser Gewinner beobachtet. Alle anderen Möglichkeiten sind verschwunden. Der Gewinner wird aus der Zukunft durch die Zeit zurückgeschickt und wird zur einzigen Möglichkeit, die JEMALS EXISTIERT hat.
Auf diese Weise erreichen die Photonen den Zellkern, mit unmöglicher Präzision. Auf diese Weise kannst du und jeder andere Organismus, der existiert, die massiven Unwahrscheinlichkeiten des Lebens überwinden. Auf diese Weise sind wir aus der Zukunft. Auf diese Weise wirst du das Licht der Welt werden, während wir gemeinsam den heiligen Imperativ anrufen: ES WERDE LICHT!
(Quelle: Garret John, 2014 auf YouTube)
Lerne, vom Ende her zu denken
Nimm dir einen Moment Zeit und lasse das gelesenen einsinken. Was, wenn du die Weisheit der Pflanzen übernimmst? Alles ist eins. Du stammst aus derselben Quelle. Und du bist die Quelle. Das, was dich von den Fähigkeiten der Pflanze trennt, ist dein ewig zweifelnder Verstand.
Wenn du deine Ziele erreichen willst gilt es, vom Ende her zu denken. Das bedeutet nicht, einen Plan zu entwerfen und ihn schrittweise abzuarbeiten. Es bedeutet:
Das Ziel jetzt schon zu verkörpern. Es zu sehen, zu riechen, zu schmecken, zu hören, zu fühlen, als wäre es bereits real.
Es bedeutet, alle Erinnerungen an vergangene Misserfolge zu entlassen, den Geschichten deiner Angst und deines Zweifels nicht länger zu glauben, und mit jeder Zelle deines Körpers zu sagen:
„Ich bin bereit. Ich bin bereits angekommen. Es ist vollbracht.“
Was braucht es, immer wieder von Neuem zu starten in dem sicheren Wissen, dass du dein Ziel erreichst? Zu wissen, dass es tatsächlich schon erreicht ist, indem du gestartet bist?
Denn wie bei der Pflanze ist es kein passives Warten.
Sie sitzt nicht da und hofft auf Licht.
Sie ist Licht.
Sie entscheidet sich in jedem Moment, sich dem Licht zuzuwenden – mit jeder Faser, mit jedem Atemzug, mit jeder Zelle.
Auch du kannst das.
Du kannst deine Ziele nicht nur kennen – du kannst sie sein.
Wenn du das Ziel in dir trägst wie eine Pflanze das Licht,
dann beginnt dein gesamtes System, sich darauf auszurichten.
Du wirst magnetisch.
Du wirst klar.
Du wirst leer genug, um empfangen zu können –
und lebendig genug, um in Bewegung zu kommen.
Denn wie bei der Pflanze ist es kein passives Warten.
Sie sitzt nicht da und hofft auf Licht.
Sie ist Licht.
Sie entscheidet sich in jedem Moment, sich dem Licht zuzuwenden –
mit jeder Faser, mit jedem Atemzug, mit jeder Zelle.
Auch du kannst das.
Du kannst dein Ziel nicht nur kennen –
du kannst es sein.
Und so ist der Weg nicht mehr schwer oder lang,
sondern eine Erinnerung, die du Schritt für Schritt entfaltest.
Eine Reise zurück zu dem, was du längst bist.
Du brauchst nur eine einzige Entscheidung:
ES WERDE LICHT.
Und damit ist alles gesagt.
Der erste Schritt ist der letzte. Und der letzte ist der erste.
Und du bist genau dort, wo du sein sollst.

